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Unser spektakulärster Flug ...

Es ist 04:30 Uhr - stockfinstere Nacht und der Wecker klingelt. Draußen regnet es. Der Abschied von Chengdu fällt nicht schwer. Heute fliegen wir nach Kathmandu und den schneebedeckten Bergen entgegen oder besser gesagt sogar darüber, denn laut Flugplan ist ein kurzer Stopover in Lhasa im tibetischen Hochland vorgesehen. So sind wir zwar müde und verschlafen, bringen aber doch unsere gesamte Freundlichkeit auf, als unser Gepäck eingecheckt und die Bordkarten ausgedruckt werden. Und ja,  wir haben Glück und ergattern ein Fensterplatz. Jippieh!
So heben wir im Morgengrauen vom Flughafen in Chengdu ab, dösen noch ein wenig, bekommen auf dem ca. 1.5 Stunden langen Flug sogar ein chinesisches Frühstück (herzhafte Nudeln)  und zwei Getränke serviert und warten darauf, dass die Smog- und Wolkendecke aufreisst. Ungefähr 20 Minuten vor dem Landeanflug lichtet sich das trübe Grau. Das schneebedeckte Hochland und die Berge zeigen sich.

Der Aufenthalt in Lhasa ist kurz: Wir passieren die Sicherheits- und Zollkontrolle, unsere Ausreise aus China wird amtlich mittels Stempel im Pass quittiert - unser teures 30 Tage Visum genau 29 Tage lang ausgenutzt.  Am Gate scheint die Sonne durch die großen Glasfenster - an einer Tür gibt es einen Spalt. Ganz schön frisch ist die dünne Luft da draußen. Lhasas Flughafen befindet sich auf einer Meereshöhe von 3500 Metern. Wir pausieren kurz und dann geht es auch schon wieder zurck in die Maschine (gleiches Flugzeug, gleiche Plätze). Wir sind ein bisschen zappelig - übermüdet und gespannt. Von Lhasa nach Kathmandu queren wir den Himalaya. Mit dem Flugzeug über die höchsten Wipfel der Welt? Ja - uns wird an diesem Tag tatsächlich ein Panorama-Flug der Sonderklasse geschenkt. Wir sind uns einig: Die folgenden 1,5 Flugstunden waren die eindrucksvollsten in unseren bisherigen Passagier-Flug-Leben.

Dass wir den Mount Everest tatsächlich gesehen und auch noch fotografiert haben, finden wir übrigens erst nach Ankunft in Kathmandu heraus - Flightradar sei Dank. Über diese Webseite können wir die Flugroute nachvollziehen. Und mittels dem Abgleich unserer Bilder mit denen vom Everest ist uns ziemlich schnell klar: Das war er - der höchste Berg der Erde.

Am Flughafen in Kathmandu erhalten wir nach gut zwei Stunden Wartezeit (die meiste Zeit erbrachten wir in der Schlange, wo die Visagebühr gezahlt werden muss) unsere Visa-on-arrival. Für 100 US-Dollar dürfen wir uns nun bis zu 90 Tage im Land aufhalten. Wir fragen uns, was wohl mit den Visa-Gebühren finanziert wird - Schule, Straßen, Krankenhäuser? Diese Vorstellung gefällt uns gut, doch irgendwie können wir nicht so recht an das Gute in Nepals Finanzpolitik glauben. Wahrscheinlich verschwinden die Millionen in irgendeiner dunklen Machenschaft.
Endlich am Gepäckband angekommen sind wir erleichtert: Rucksack und Tasche (beides gut verpackt und verschnürt) sind noch da und haben keinen Liebhaber gefunden. So gehen wir beschwingten Schrittes zum Ausgang. Gute sechs Wochen Nepal liegen vor uns!

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Kommentare: 1
  • #1

    Alex (Dienstag, 31 Oktober 2017 07:42)

    Ich stelle mir den Ausblick wirklich atemberaubend vor!
    Wie toll, dass ihr sogar den Mount Everest sehen konntet!!! Ich wünsche euch weiterhin alles Gute - und passt auf euch auf!